Ab dem Viertelfinale kein Public Viewing in Wiesbaden!

Grüne Jugend, Jungsozialisten und Junge Liberale Wiesbaden zeigen sich schwer enttäuscht

Wer einmal bei einer der letzten Großereignisse beim Public Viewing dabei war, weiß wie viel Freude es bereitet, inmitten der Massen zu stehen und gemeinsam zu feiern und zu jubeln.

Doch in diesem Jahr wird es zur Fußball-Europameisterschaft kein Public Viewing ab dem Viertelfinale geben! Vor wenigen Tagen teilte die städtische Pressestelle die entsprechende Entscheidung des Oberbürgermeisters Sven Gerich (SPD) und des Stadtrats Detlev Bendel (CDU) mit und verwies dabei auf zu hohe Kosten.

Die Grüne Jugend (GJ), die Jungsozialisten (Jusos) und die Jungen Liberalen (JuLis) Wiesbaden sind zutiefst enttäuscht von dieser Entscheidung. Die Wiesbadener Fußballfans haben sich darauf verlassen, dass Public Viewing ab dem Viertelfinale stattfindet. Diese Zusage der Stadt Wiesbaden war bereits ein Kompromiss zum eigentlich gewünschten Public Viewing ab dem ersten Spieltag. Solch ein Kompromiss zulasten der Wiesbadener Fußballfans so kurz vor dem Spiel zu ändern, halten die Vertreter der drei Organisationen für äußerst undemokratisch. „Schließlich gab es schon eine Petition mit knapp 600 Unterschriften für ein Public Viewing ab dem ersten Spieltag. Die Aussage des Magistrats, dass ein Public Viewing in Wiesbaden nicht gewollt sei, kann ich daher nicht nachvollziehen. Bis jetzt gab es leider keine repräsentative Umfrage zu diesem Thema seitens der Stadt Wiesbaden.“ so Andreas Kummer, Vorsitzender der Grünen Jugend Wiesbaden. „Public Viewing in der EM ist ein ganz besonderes Ereignis, bei dem Fußballfans aller Nationalitäten zusammenkommen. Es ist ein Treffpunkt für alle und eine Chance auf gemeinschaftliche, friedliche, interkulturelle Zusammenkunft“, stellt Oktay Tezerdi, Juso Vorsitzender von Wiesbaden fest.

Besonders für Jugendliche fällt mit dem Public Viewing auch eine Freizeitgestaltung weg. Unter 18 Jahren eine Alternative zum elterlichen Fernseher zu finden wird dabei schwer: „Nicht jeder Jugendliche hat das Geld, um zu jedem Länderspiel in ein Lokal zu gehen und dort etwas zu konsumieren“, kommentiert Alexander Winkelmann, Vorsitzender der Jungen Liberalen Wiesbaden, die Entscheidung.

Weiterhin argumentiert der Magistrat, dass durch ein großes Public Viewing mit Übertragen vom Viertelfinale bis eventuell zum Endspiel die Gastronomie an Kundschaft verlieren könnte.

„Dieses Argument ist nicht tragbar. Im Gegenteil: Die Wiesbadener Fußballfans fahren dann eben zur Unterstützung von „Jogis Jungs“ nach Mainz oder Frankfurt und unterstützen anschließend die dortige Gastronomie. Außerdem, wer hält die Stadt auf gemeinsam mit den zahlreichen Gastronomen ein Public Viewing auszurichten? Damit profitieren alle Seiten und die Kosten für die Stadt könnten gesenkt werden“, macht Andreas Kummer klar.

„Auch am finanziellen Aufwand darf es nicht scheitern. Auf 150.000 Euro sollen sich die Ausgaben zum Public Viewing 2014 belaufen haben. Betrachtet man frühere und aktuelle Projektausgaben der Stadt, scheint die Entscheidung zur Absage äußerst ernüchternd,“ stellt Tezerdi abschließend fest.