Muss ich einen Menschen retten, der droht zu ertrinken? Das sollte nicht einmal eine Frage wert sein! Im Mittelmeer sind seit 2014 bereits mehr als 18.000 Geflüchtete ertrunken. Ein humanitäres Desaster! Und diese Zahl wird weiter steigen. Denn seitdem NGOs daran gehindert werden, Menschen zu retten, wird die Route immer gefährlicher.

Unter dem Motto „Kein Mensch ist illegal – Stacheldraht zu Altmetall“ forderte die Grüne Jugend Wiesbaden im Zuge ihrer Wahlkampfaktion eine Abkehr von der Abschottungspolitik. Sie setzt sich ein für ein Europa, das Menschen in Seenot rettet und das Recht auf Asyl wahrt. Denn wie die Tragödien auf den Routen zwischen Libyen, der Türkei, Griechenland, Italien und Malta zeigen, wird die EU ihren menschenrechtlichen Ansprüchen im Augenblick alles andere als gerecht.

Mit der privaten Seenotrettung gelang der Zivilgesellschaft zunächst eine starke Antwort auf die Inkonsistenz. Doch sie musste ihre Segel streichen. Seitdem Italien und Malta im vergangenen Sommer ihre Häfen für Rettungsschiffe geschlossen haben, mussten diese immer wieder teils wochenlang mit Geretteten an Bord auf See bleiben, bis einzelne EU-Staaten endlich ihre individuelle Zusage zum Anlegen gegeben haben.

„Wir möchten mit dieser Aktion ein Zeichen für mehr Menschlichkeit setzten“, betont Katrin Hoffmann, Sprecherin der Grünen Jugend Wiesbaden. Wir können es nicht in Kauf nehmen, dass Flüchtende auf ihrem Weg ertrinken müssen, weil es zum einen keine legalen Fluchtrouten und zum anderen keine private Seenotrettung gibt. Es ist an der Zeit, dass die Diffamierung und Kriminalisierung von Seenotretter*innen gestoppt wird!“