Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, fordert der Deutsche Jagdverband die Einführung einer Katzensteuer. Weil Moritz Heuberger, Sprecher unseres Bundesverbands, in einer Stellungnahme die Einführung einer solchen Steuer zumindest nicht ablehnte, wurden sogleich Vermutungen laut, die Grüne Jugend würde diese sogar fordern.

Die Grüne Jugend Wiesbaden distanziert sich hiervon. Der Erhebung einer Katzensteuer stehen wir kritisch gegenüber, da sie im besten Fall voraussichtlich wirkungslos wäre, im schlimmsten Fall sogar schädliche Auswirkungen hätte.

Allein schon die Notwendigkeit einer Katzensteuer als Lenkungssteuer ist umstritten. Zwar gehen grobe Schätzungen davon aus, dass jährlich 200 Millionen Vögel durch Hauskatzen getötet werden, doch werden diese Zahlen bisher durch keine belastbare Studie gestützt. Um die tatsächliche Gefährdung hier heimischer Vogelarten zu ermitteln, bedarf es also zunächst einmal einer wissenschaftlich fundierten Untersuchung.

Ein Problem stellen jedoch verwilderte Hauskatzen dar. In Wiesbaden liegt deren Zahl laut Schätzungen des hiesigen Tierschutzvereins bei über 2.000 Individuen. Neben der Suche nach Futter im Hausmüll sind sie auch gezwungen, Beute zu jagen – zu denen neben Vögeln auch kleinere Säugetiere zählen. Vor allem aber leiden die Tiere selbst an der Situation, sei es aufgrund von Nahrungsmangel, Krankheiten oder des Wetters. Eine Steuer auf die Haltung von Katzen könnte dazu führen, dass sich diese Lage verschärft, wenn Besitzer aufgrund der finanziellen Belastung ihre Haustiere aussetzen. Auch aus sozialer Sicht halten wir eine Katzensteuer für nicht angebracht. Gerade ärmere Haushalte würden hierdurch im Vergleich zu reicheren Haushalten überproportional belastet. Dabei zeigen Studien, dass Haustiere einen positiven Effekt auf die Gesundheit ihrer Besitzer ausüben, vor allem in schwierigen Lebenslagen, wie Arbeitslosigkeit oder Vereinsamung im Alter.

Um die Population verwilderter Hauskatzen dennoch zu senken, fordern wir endlich die Einführung einer Kastrationspflicht. Da die Kosten hierfür zwischen 60 und 100 Euro liegen, fordern wir einen Zuschuss für finanziell schwache Haushalte, die sich dies sonst nicht leisten könnten. Wir sind enttäuscht, dass sich vor allem die SPD einer entsprechenden Verordnung noch immer entgegenstellt. Ferner sehen wir die Notwendigkeit einer Kennzeichnungspflicht für alle freigehenden Katzen.

Abseits von Verordnungen wüschen wir uns auch einen verantwortungsvolleren Umgang seitens der Besitzer. Wenn Katzenbesitzer darauf achten, dass sich ihre Katzen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni in den Morgenstunden nicht im Freien aufhalten, können sie zum Schutz der Jungvögel beitragen. Eine weitere gewaltfreie Maßnahme, diese zu schützen, ist das Anbringen katzenabweisender Manschettenringe an Bäumen mit Vogelnestern.